Historischer Rückblick

Geschichte der Stadtbibliothek

Den Grundstein für die heutige Stadtbibliothek Wittenberg legte 1871 der Kaufmann Louis Bernhard Gast: Er stiftete 136 Bücher und 200 Taler, um den Aufbau einer öffentlichen Bibliothek zu ermöglichen. Auch in den folgenden Jahren – bis zu seinem Tod 1881 – förderte er die Einrichtung großzügig mit Geld- und Sachspenden. 1874 wurde Louis Gast für sein Engagement zum Ehrenbürger der Stadt ernannt.

1872
Die Bibliothek öffnete erstmals in einem Klassenzimmer der Knabenbürgerschule. Sie war samstags für eine Stunde zugänglich. Genutzt wurde sie vor allem von Beamten, Lehrern, Kaufleuten und Handwerkern. Die Ausleihe war kostenlos.

1873
In diesem Jahr erschienen das erste gedruckte Bücherverzeichnis und die erste Benutzungsordnung der Bibliothek.

1907
Ein Brand zerstörte nahezu den gesamten Bestand. Nur 100 ausgeliehene Bände überstanden das Feuer und bildeten ein halbes Jahr später den Grundstock für die Wiedereröffnung.

1923
Die Einrichtung erhielt den Namen Volksbücherei“ und erstmals wurde eine Jahres-Lesegebühr von 1,20 Mark erhoben.

1945
Nach Kriegsende wurde der Bestand von faschistischem Gedankengut bereinigt und durch Spenden ein Neuanfang ermöglicht.

1948
Die Bibliothek wurde im Bankhaus Gröting am Markt wiedereröffnet und erhielt erstmals eigene Räumlichkeiten. Sie wurde nun hauptamtlich von J. K. Dollinger geleitet. Die Öffnungszeit betrug 19 Stunden pro Woche. Außerdem erschien ein 155 Seiten umfassendes Bücherverzeichnis.

1949
Die Volksbücherei wurde in Stadtbibliothek“ umbenannt und die Nutzung war fortan kostenfrei.

1951
Es entstanden weitere Bibliothekseinrichtungen. Dazu gehörten eine Kinderbibliothek, mehrere Gemeindebibliotheken und die Kreisstelle für Bibliothekswesen.

1955
Die Bibliothek schloss sich mit der Kreisbibliothek zur Stadt- und Kreisbibliothek“ unter der Leitung von Gottfried Schacke zusammen.

1959
Ein organisierter Kreisleihverkehr wurde eingeführt.

1962
Der Bau des neuen Bibliotheksgebäudes in der Schlossstraße 7 begann.

1964
Die Kreis- und Stadtbibliothek eröffnete in der Schlossstraße 7 als Freihandbibliothek.

1965
Eine neue Kinderbibliothek wurde in der damaligen Rosa-Luxemburg-Straße eröffnet.

1969
Die zentrale Literaturanschaffung und die Bearbeitung für alle Bibliotheken des Kreises Wittenberg begann.

1977
In der Schlossstraße 33 wurde eine Phonothek eröffnet. Zusätzlich entstand eine Zweigstelle im Neubaugebiet Karlstraße 2 und mehrere Schulausleihstellen wurden eingerichtet.

1990
Die Kinderbibliothek zog in die Karlstraße um. Außerdem wurden die Zweigbibliothek Piesteritz und eine Videothek in der Schlossstraße 33 eröffnet.

1993
Die Kinderbibliothek wechselte in die Schulstraße 42a, wo sie bis 2007 blieb. Gleichzeitig wurde die Hauptbibliothek in der Schlossstraße neu gestaltet. Die Phonothek wurde geschlossen.

2008
Die Kinderbibliothek zog in die Sandstraße 4 um und erhielt den neuen Namen Stadtteilbibliothek Friedrichstadt“.

2010
Die Bibliothek führte die elektronische Verbuchung und einen Online-Katalog ein.

2011
Die Einrichtung erhielt das Qualitätssiegel ServiceQualität Deutschland“.

2013
Mit der Einführung der Onleihe Biblio24​.de“ wurde das digitale Angebot erweitert.

2014
Der Förderverein Wittenberger Bücherfreunde e. V.“ wurde gegründet.

2017
Die Zweigbibliothek Piesteritz wurde umfassend saniert.

2019
Die Sanierung der Stadtbibliothek begann und die Einrichtung zog vorübergehend in das Alte Rathaus um.

2022
Die sanierte Stadtbibliothek wurde wieder in der Schlossstraße 7 eröffnet.

Mit Beginn der Eingemeindungen werden die Ausleihstellen Mochau, Pratau und Abtsdorf ehrenamtlich unter fachlicher Anleitung der Stadtbibliothek weitergeführt.

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